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Der "Dirtpark" nimmt richtig Fahrt auf PDF Drucken E-Mail

Von unserem Redaktionsmitglied Bernhard Müller

Die ersten Sprünge gab es schon. Allerdings fanden die nicht (nur) zum Spaß statt, sondern dienten dem Ausprobieren und Testen, ob die Rampen, die „Doubles“ und „Tables“, die in den vergangenen Tagen entstanden sind, auch tatsächlich „passen“. Der „Dirtpark“, Hauptgewinner des FN-Jugendprojekts „Von Jugendlichen für Jugendliche“ Ende vergangenen Jahres (wir berichteten) nimmt nun langsam aber sicher Gestalt an. Sebastian Schlör und Lennard Pfannes jedenfalls wirken ziemlich zufrieden mit dem, was auf dem Gelände des MSC Reicholzheim inzwischen zu sehen ist.

Gemeinsam mit Georg Lampert, dem Vorsitzenden des MSC, ließen sie in einem Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten die Aktivitäten der zurückliegenden Wochen noch einmal Revue passieren. Der Dritte im Bunde, der Schüler und Auszubildenden, Rico Krank, musste bei diesem Termin passen. Aber auch er hatte kräftig mit Hand angelegt, als es darum ging, Erde aufzuschütten und Hügel zu modellieren. Eigentlich sollte der „Dirtpark“, so sahen es die ursprünglichen Pläne vor, ja auf einem Gelände nahe der Hauptschule Urphar-Lindelbach entstehen. Als sich das nicht realisieren ließ, sprang der MSC Reicholzheim ein.

Ein Glücksfall, wie sich inzwischen herausgestellt hat. Denn so manche Voraussetzung, die man an der Schule erst hätte schaffen müssen, ist hier schon gegeben. Nachdem in der Hauptversammlung des MSC im März „grünes Licht“ gegeben worden war, machten sich die Jugendlichen, zusammen mit den für die Strecke verantwortlichen Michael Schlör und Andreas Scholl auf dem Gelände auf die Suche nach geeigneten Flächen, erzählt Georg Lampert. „Dann haben Lennard, Sebastian und Rico das Areal nach ihren Vorstellungen und den vorhandenen Plänen mal abgesteckt“, berichtet der Vorsitzende weiter.

Allerdings hat das nicht auf Anhieb gepasst. Durch verschiedene Veränderungen mussten absehbare Konflikte mit der Rennstrecke ausgeräumt werden. Als das geglückt war, hieß es, warten auf das wichtigste Material, das für den „Dirtpark“ benötigt wurde – die Erde. Die zu beschaffen, gestaltete sich gar nicht so einfach, wie ursprünglich vielleicht gedacht. „Handelseinig“ wurde man schließlich mit der Firma Eckert Bau aus Hardheim, die gerade in Reicholzheim zu Gange war, und sich bereit erklärte, „zu einem guten Preis“ auch den Transport zu übernehmen.

Nicht ganz reibungslos lief auch der anschließende Maschineneinsatz, das eine oder andere Gerät gab während der Arbeit den Geist auf. Wie übrigens auch Lennards Drucker, so dass Alois Volk, der mit seinem Bagger schließlich „einsprang“, die Pläne für den „Dirtpark“ via Handy zu sehen bekam.

Vor allem in den letzten beiden Wochen der Sommerferien nahm das Projekt richtig Fahrt auf. „Zurzeit ist viel Handarbeit gefragt, die Feinheiten lassen sich mit dem Bagger nicht machen.“ Immer wieder greifen die Jugendlichen deshalb zur Schaufel, um zu modellieren, zu glätten, festzuklopfen. Das Ergebnis wird dann zwischendurch mit dem Bike getestet und wenn nötig nachgearbeitet.

Zwei Sektionen, eine für Anfänger, eine für etwas fortgeschrittene Fahrer, sind so bereits aus dem Boden gewachsen. Rund 250 Kubikmeter Erde wurden verarbeitet. Ein dritter Abschnitt soll noch entstehen, dafür könnte das benötigte Material in einigen Wochen angeliefert werden. „Mit dem zur Verfügung stehenden Geld kommen wir ganz gut hin“, berichten die jungen Männer, so dass vielleicht noch der eine oder andere Zusatzwunsch erfüllt werden kann. Etwa der nach einem Holzgerüst, „eine Art Laufsteg für die Räder“, wie Lampert es ausdrückt. Auch eine Unterstellmöglichkeit für Werkzeug und Material aller Art wird noch benötigt.

Eingeweiht werden wird der „Dirtpark“ voraussichtlich im späten Frühjahr 2013, wenn es nach den Vorstellungen des MSC-Vorsitzenden geht, zusammen mit dem achten Jugendmotocross. Bis dahin ist noch einiges an Arbeit nötig. „Wenn der Regen und der Winter erst einmal drüber gegangensind, müssen die Hügel nachmodelliert werden“, sind sich die Macher gewiss. „Das Ganze muss sich erst richtig setzen. Es ist halt nicht gewachsen, sondern nur aufgeschüttet“, erklärt Lampert.

Trotz der verhältnismäßig langen Zeit, die seit den ersten Ideen und ihrem Sieg beim FN-Jugendprojekt inzwischen verstrichen ist, trotz der vielen Arbeit, die sie in die Realisierung ihres Traumes gesteckt haben und noch stecken müssen, die Antwort auf die Frage, ob sie das wieder machen würden, fällt kurz und bestimmt aus: „Ja, auf jeden Fall“, sagt Lennard Pfannes

Und Sebastian Schlör vergisst nicht, sich bei Georg Lampert und dem gesamten MSC für die Unterstützung zu bedanken.

Der wiederum räumt ein, „dass ich von den Dimensionen erst schon ein wenig überrascht war. Aber es hat ja jetzt alles noch gut geklappt“, so Lampert.

 

Information zum FN-Projekt "Dirtpark für Mountainbiker"

- Mit 174 für sie abgegebenen Stimmen waren Rico Krank, Lennard Pfannes und Sebastian Schlör mit ihrer Idee eines „Dirtparks für Mountainbiker“ am 28. Oktober vergangenen Jahres klare Sieger des FN-Jugendprojekts „Von Jugendlichen für Jugendliche“.

- An Dynamik gewann die Realisierung des Projekts, als der MSC Reicholzheim seine von Beginn an zugesagte Unterstützung in die Tat umsetzte und dem Bau des „Dirtparks“ auf dem Gelände seiner Motocross-Strecke zustimmte.

- Mit dem Dachverband habe man im Vorfeld abgeklärt, dass die Aufnahme des neuen Angebots als Unterabteilung des MSC ohne Satzungsänderung möglich war.

- Festgelegt worden sei auch, dass die Jugendlichen selbst, die drei Hauptakteure sind inzwischen Mitglied des Vereins, für die Pflege der Anlage zuständig seien, erklärte MSC-Vorsitzender Georg Pfannes beim Pressegespräch.

- Bis zur offiziellen Eröffnung des „Dirtparks“ sollen auch die Regeln für dessen Nutzung aufgestellt und bekanntgemacht werden.

- Im sozialen Netzwerk „Facebook“ informieren die Jugendlichen auf der Seite „Projekt Dirtpark“ über den Fortgang ihres Vorhabens.